………….. und dann haben wir einfach mal die Grünen gehackt

 

„Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt.“                                                                    
 Joseph Pulitzer

 

Der Anlass

 

Die erste sogenannte GEMA-Klage wurde vom Landgericht in Berlin am 13. Mai 2014 in erster Instanz abgewiesen. Daraufhin ging der Kläger Bruno Kramm, damaliger Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei Deutschland am 14. 7. 2014 in Berufung. Finanziert wurde die Klage von den PIRATEN.

 

Allerdings zeigte sich schon bald, dass die Klage sich mehr und mehr verzögerte. Es gab sogar Andeutungen, dass die Klage – sagen wir einmal – verschleppt würde. Eine Klage, die sich ewig hinzieht, ist nicht nur frustrierend, sondern auch kostspielig. Es musste endlich ein Urteil her.

 

Die äußeren politischen Umstände

 

Nach dem Aufkommen der PIRATEN hat sich so manch etablierte Partei verwundert die Augen gerieben. Wie konnte es nur sein, dass so seltsame Nerds es schafften, die Politik derart aufzumischen? Allerdings mussten die PIRATEN nach anfänglichen Erfolgen herbe Niederlagen einstecken. Und die etablierten Parteien reagierten mit ihrer professionellen Gewohnheit, um einem politischen Konkurrenten den Rest zu geben – in dem sie massiv die führenden Köpfe versuchen abzuwerben. Mit unterschiedlichen Methoden. Oft werden ihnen sichere Listenplätze versprochen. 

 

Die Konstellation

 

Die Grünen sitzen derzeit im Bundestag. Renate Künast von den Grünen ist dort die Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz. Die GEMA-Klage fällt somit in ein von den Grünen geführtes Ressort – einer Partei, die massiv Piraten abwerben wollte und will. So wurden „engagierte Piraten“ via Twitter von vielen Grünen aufgefordert, die sterbende Piratenpartei zu verlassen, um erfolgreich bei den Grünen mitzumischen. 
Das wiederum ist eine äußerst interessante Lücke im politischen System. Genau richtig für einen Hack.

 

Der Hack

 

Kurz nach der Berlinwahl wechselte Bruno Kramm zu den Grünen. Klar, das kam an, wie ein sehr harter Schlag für die PIRATEN. Besonders aber für die PIRATEN Berlin, denn dort war Bruno Kramm außerdem Landesvorsitzender und die politische Situation nach der Wahl in Berlin war schmerzhaft. Für die Grünen hingegen war es ein wichtiger Schlag gegen die so lästige politische Konkurrenz. Sie hatten den Piraten in Berlin den Landesvorsitzenden und allen Piraten im Bund ihren Urheberrechtsbeauftragten abspenstig gemacht. 

 

Aber plötzlich klappte es auch mit der GEMA-Klage. Nach dem jahrelang nichts passiert ist, kam es heute, am 14. November 2016 endlich zu einem Urteil. 

 

Die Piratenpartei nie verlassen

 

Die Wahrheit ist: Bruno Kramm hat die Piratenpartei nie wirklich verlassen. Er ist immer Mitglied bei den Piraten geblieben. Ja, der Zeitpunkt seines angeblichen Wechsels war für die Piraten sehr hart, aber es war der Zeitpunkt, der einen Wechsel am glaubwürdigsten erscheinen ließ. Und er war bereit, einen hohen Preis dafür zu bezahlen. Denn die Enttäuschung vieler Piraten über seinen angeblichen Wechsel war riesengroß und hat sich wüst über Bruno Kramm ergossen. Aber je wüster und lauter die Piraten ihrer Enttäuschung Luft machten, desto sicher waren die Grünen, einen entscheidenden Schlag gegen die Piraten geführt zu haben. Das war der Preis, der gezahlt werden musste.

 

Um diesen Hack glaubwürdig zu gestalten, hat Bruno Kramm es in Kauf genommen, als Verräter gebrandmarkt zu werden. Das war eine sehr, sehr mutige Tat. Und dafür gebührt Bruno Kramm unser ganzer Respekt. Mit diesem Hack hat Bruno gezeigt, dass er ein echter Pirat ist, der nicht nur von piratigen Werten redet, sondern sie auch tatsächlich lebt – selbst unter widrigen Umständen. 

 

Wir sind Piraten. Und Piraten sind Hacker und wir hacken Dinge. Wir werden auch weiterhin die Schwachstellen im System suchen und wir werden sie weiterhin hacken.
Erwartet unsere Hacks.