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Blogstöckchen – oder warum man manchmal Dinge tut, die man eigentlich nicht mag

 

Neulich wurde mir eines dieser Blogstöckchen zu geworfen. Dabei handelt es sich um eine Stafette: Jemand schreibt etwas zu einem Thema und fordert weitere Menschen dazu auf, ebenfalls etwas zu diesem Thema zu schreiben. Eigentlich mag ich diese Form des Blogschreibens nicht. Noch weniger mag ich das mehr als uninteressante Thema rund um den persönlichen Alkoholgenuss. Ich halte diese Art des Bloggens für weitgehend sinnfrei. Meine erste Reaktion war ein großer Seufzer und ein gehöriges Augenrollen.

Nun ist es aber so, dass mir dieses Blogstöckchen von der mir hochgeschätzten @Frau_Semm zugeworfen wurde. Ein guter Grund, das Ganze nicht gleich in Bausch und Bogen zu verwerfen. Also habe ich mir das Anliegen noch einmal angesehen und auch auf den zweiten oder dritten Blick, wurde das Ganze weder interessanter noch sinnvoller.

Auch der dezente Hinweis, dass so eine Einlassung vermutlich niemanden interessieren würde, wurde mit einem „doch, mich interessiert es“ abgeschmettert. Damit war die Situation klar. Sicherlich hätte ich erklären können, warum ich überhaupt keine Lust habe, dem Ansinnen nachzukommen. Ich bin mir sogar sicher, dass @Frau_Semm meine Argumente des Ablehnens verstanden hätte. Schließlich ist sie auch meine Freundin. Und noch mehr: Wir machen gemeinsam Politik, obwohl wir häufig genug ziemlich konträre Standpunkte haben und harte Auseinandersetzungen vorkommen. Aber – und darum ist mir diese Freundschaft so wichtig – trotz aller Härte, die wir manchmal an den Tag legen, sind wir nie zu persönlichen Angriffen übergegangen oder haben es als persönlichen Affront empfunden, dass wir vollkommen unterschiedliche Positionen zu politischen Themen einnehmen können. Dies ist leider keine Selbstverständlichkeit, wie ich in den letzten Jahren leider lernen musste. 

Ganz im Gegenteil. Ich habe gelernt, dass Freundschaften und erst recht eine gute Bekanntschaft umgehend aufgekündigt wird oder gar in pure Feindschaft umkippen kann, wenn man nicht die erwartete Position vertritt, sondern tatsächlich eine eigene, abweichende Meinung hat und auf diese beharrt. Ich muss zugeben, dass mich diese Erfahrung sehr betroffen gemacht hat. Von Zeit zu Zeit ertappe ich mich erneut bei der Frage, was Menschen dazu treibt, anders lautende Meinung nicht ertragen zu können, nicht fähig zu sein, diese andere Meinung hinzunehmen und so weit geht, dass zuvor geschätzte Menschen bis aufs Blut bekämpft werden.

Aber damit werden Freundschaften, die wirklich was aushalten, um so wertvoller. Freundschaften, in denen man sich so richtig streiten kann, nur um am Ende festzustellen, dass man an diesem Punkt wohl nie zusammenkommen wird, das Thema damit als ausdiskutiert bei Seite legt – und gemeinsam etwas Schönes trinken geht. Womit wir bei dem Thema des Blockstöckchens angekommen wären.

Wie bereits erwähnt, hätte ich einer solchen Freundin, die durchaus eine andere Sicht der Welt ertragen kann, kurzerhand erklären können, warum ich dieses Blockstöckchen einfach liegen lassen werde. Aber dann tauchte jäh die Frage in meinem Hirn auf, was ich mir denn eigentlich vergeben würde, wenn ich einer Freundin einfach einen kleinen Gefallen tun würde, der mich nichts weiter kostet, als eine Befindlichkeit zu überwinden. Was genau hindert mich daran? Und warum nicht einfach mal statt Verständnis für ein Unbehagen einzufordern, sich mal zu überwinden und etwas ungeliebtes tun. Um der Freundschaft willen. Die – wie das Leben immer wieder aufs Neue zeigt – eben nichts selbstverständliches ist. Eine Freundschaft, die auch Gegensätze überwinden kann und deswegen gepflegt werden sollte. 

Aus diesem Grund werde ich das Blockstöckchen jetzt aufheben, diese unsäglich uninteressanten Fragen beantworten und es weiterreichen. Vielleicht finden meine Auserwählten es genauso banal, seufzen tief und müssen zunächst einmal die Augen verdrehen. Sei’s drum. Mal sehen wie meine ausgewählten Opfer auf diese „Herausforderung“ reagieren.

Aber zunächst das Blockstöckchen:

Frage: Was ist dein liebster Drink? 
Antwort: Nun, diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Ich genieße sehr gerne Wein – allerdings käme ich nie auf die Idee, diesen als „Drink“ zu bezeichnen. Unter Drink würde ich eher etwas wie einen Cocktail subsumieren. Dort liegt meine Präferenz bei einem Strawberry Daiquiri.
Frage: Wann hast du das erste mal Alkohol getrunken? 
Antwort: Das weiß ich schlicht nicht, vermutlich das üblich jugendliche Ausprobieren.
Frage: Welchen Drink hast du am meisten bereut? 
Antwort: Ich glaube, das Zeug hieß Küstennebel und war damals auf diversen Partys in meiner Oberstufenzeit angesagt. Das Zeug schmeckt so grauenhaft, dass ich mich damit niemals hätte betrinken können. Könnte man auch als Vorteil interpretieren…..
Frage: Bar oder Kneipe? 
Antwort: weder noch
Frage: Champagner oder Schaumwein? 
Antwort: Kommt auf den Umstand an
Frage: Mit wem würdest du gerne trinken? 
Antwort: Wenn überhaupt, dann mit Freunden
Frage: Bei wem würdest du gerne trinken? 
Antwort: Es sollte ein weitgehend kultivierter Mensch sein.
Frage: Wie sieht deine Home Bar aus? 
Antwort: Bewusst mager gehalten. Lediglich unterschiedliche Weine für unterschiedliche Anlässe, Zwecke, Begebenheiten
Frage: Beschreib deine Eiswürfel. 
Antwort: Sie sind in erster Linie kalt.
Frage: Was ist deine Gin-&-Tonic-Empfehlung?
Antwort: Gar keine
Frage: Wie bekämpfst du deinen Hangover? 
Antwort: Was ist das? 
Und nun meine erwählten Opfer:
@SabineMartiny, @BjSemrau, @xwolf, @moonopool, @Verdandi_ , @alios
Ich bin gespannt, wer das Stöckchen aufhebt und wie beantwortet.
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2 Kommentare zu “Blogstöckchen – oder warum man manchmal Dinge tut, die man eigentlich nicht mag

  1. Pingback: Und das alles ohne Allohol | @moonopool

  2. Pingback: xwolf › Blogstöcken: Die Klärung alkoholischer Fragen

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