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Sippenhaft. Das können wir – ganz piratig, versteht sich

Vorwort: Ganz klar, ich habe mein politisches Herz an die Piraten verloren – und es ist eine heiße und leidenschaftliche Liebe. Aber diese Liebe wird mehr und mehr missbraucht, von Menschen, die sich Piraten nennen, aber alles andere als piratig sind, sondern vor Menschenverachtung nur so triefen.

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich diesen Blogpost wirklich schreiben soll, denn ich denke, er wird große Empörung auslösen. Das tut mir Leid – nicht um jene, die es betrifft, sondern um jene, die offensichtlich nicht verstehen wollen, was innerhalb der Piraten passiert. Ich weiß, dass mein Text und meine Wortwahl heftig sind, aber ich kann nicht mehr länger schweigen und ich kann nicht mehr länger meine Emotionen unterdrücken. Vielleicht ist es an der Zeit, die Piraten zu verlassen, auch wenn dabei mein politisches Herz bricht )¹. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich machen soll. Nur eins ist klar: Wenn ich gehe, werde ich nicht zurückkommen. Eine aufgewärmte Liebe ist nie gut, auch nicht in der Politik.

Man stelle sich folgende Szene vor: Pirat A hat ein Kind. Pirat B ebenfalls. Und die Piraten A und B lassen ihre Kinder miteinander spielen. So weit, so gut, und eigentlich sollte es keine Probleme geben. Doch während Pirat A von vielen Menschen gemocht wird, wird Pirat B intensiv abgelehnt, weil er eine schwierige Persönlichkeit hat. Aber Pirat B wird nicht nur abgelehnt, sondern bei jeder sich bietenden Gelegenheit verbal verdroschen, wobei dabei die gesamte zur Verfügung stehende verbale Klaviatur eingesetzt wird )².

Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre, wird Pirat A, der eigentlich recht beliebt ist, plötzlich ebenfalls massiv angegangen – nicht nur, weil er mit Pirat B spricht, sondern weil er es wagt, sein Kind mit dem von Pirat B spielen zu lassen. Zur Krönung des Ganzen muss sich Pirat A dann auch noch von gleich mehreren Personen Sätze wie „Ich mag Dich ja und ich hätte Dich deswegen auch auf die Liste gewählt. Aber weil Du Dein Kind mit dem Kind von B spielen lässt, kann ich Dich jetzt nicht mehr wählen“ oder auch ein „Wenn Du mit Pirat B sprichst, dann kann ich Dich nicht wählen“ anhören.

Diese Szene entspringt leider nicht meiner Fantasie, sondern ist der traurige Wahnsinn, der sich derzeit durch die Piratenpartei frisst. Und an dieser Stelle frage ich mich: Wo sind wir mittlerweile angekommen? Sippenhaft? Wir benutzen und missbrauchen Kinder für die „politische Auseinandersetzung“? Ernsthaft? Wie tief wollen wir denn noch auf der menschlichen Ebene sinken?

Da greifen also Piraten zum faschistoiden Mittel der Sippenhaft und kommen sich dabei auch noch großartig vor? Wie kaputt muss man eigentlich sein, um sich in solch menschliche Abgründe zu versteigen?

Ich kann und ich will so etwas nicht mehr ertragen. Es ist doch schon schlimm genug, wenn wir, die so genannten Erwachsenen, uns gegenseitig das Leben mit ideologischem Wahnsinn und politischem Lagerdenken schwer machen und jedwede Achtung und jeden Respekt vor dem innerparteilichen politischen Gegenüber fallen lassen )³. Aber wenn wir in dieser Partei soweit sind, dass wir anfangen, die Kinder unseres Gegenübers mit ideologischem Dreck zu bewerfen und zu missbrauchen, sie auszugrenzen und für die Fehler ihrer Eltern verantwortlich zu machen und abzustrafen )⁴, dann ist meine ganz persönliche rote Linie überschritten.

Ich mag Menschen, egal wie sie sind: ob schwarz, weiß, grün oder lila, egal ob mit oder ohne Arme, unabhängig von ihrer sexuellen Identität oder Präferenz. Das alles ist für mich unerheblich, solange Menschen andere Menschen respektieren. Aber was ich gar nicht ertragen kann, sind Menschen, die in einer aufgeblasenen, selbstgerechten Art eine Menschenverachtung ausleben, bei der man sich nur entsetzt abwenden kann.

Ich will das nicht mehr!

Diese und weitere Vorfälle sorgen dafür, dass ich mir klar darüber werden muss, ob die Piraten noch länger meine politische Heimat sein können. Aber wenn ich bleibe, werde ich nicht länger zu solchen Vorfällen schweigen.

P.S.: Pirat A wird sein Kind auch weiterhin mit Pirat Bs Kind spielen lassen. Das nenne ich menschliche Größe und ich bin stolz darauf, mit einem Menschen wie Pirat A einen freundschaftlichen Umgang pflegen zu dürfen.

P.P.S.: Wie ich mittlerweile erfahren habe, haben sich Piraten für ihr Verhalten bei Pirat A entschuldigt. Dass ich diesen Blogpost dennoch veröffentliche, liegt an folgenden Punkten. Erstens: Wenn Pirat A von den Leuten wirklich nur deswegen nicht gewählt wurde, weil er sein Kind mit dem Kind von Pirat B hat spielen lassen, dann ist dieses Unrecht jetzt nicht mehr gut zu machen. Zweitens ist alleine der Umstand, dass man sich mittlerweile in derart niedrige menschliche Ebenen begibt, absolut besorgniserregend. So etwas hätte niemals passieren dürfen, weil es von einer unglaublich schrecklichen Menschenverachtung gegenüber wehrlosen Kindern handelt. Das geht gar nicht!

—————————————–

)¹ Vermutlich wird man in der so genannten „linken Ecke“, die sich selbst „Antifa“ nennt, jubeln, weil ich ja so furchtbar rechts bin (wobei ich mich frage, wie vernagelt man eigentlich im Kopf sein muss, wenn man mich als Goth in die rechte Ecke stellen will) und die Rechten, Konservativen werden jubeln, weil ich ja so ein schrecklicher linker Goth bin – wenn ich über diesen absurden Wahnsinn nachdenke, fällt mir auf, wie spießig diese Partei mittlerweile geworden ist; der Platz für solch exotische Menschen wie mich wird immer kleiner. Für mich war immer nur der Mensch wichtig und ja, ich scheiße auf jedwede verdammte Ideologie, die am Ende Menschen wie mich vertreiben. Für mich muss der Mensch und nicht irgendeine Ideologie im Mittelpunkt stehen. Der politische Liebeskummer, der sich bei mir einstellt, wenn ich sehe, was Extremisten aus allen Lagern aus dieser Partei machen, lässt mich immer mehr verzweifeln.

)²  Vielleicht sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Pirat B wirklich einen Knall hat; zumindest wenn er am Rechner sitzt und was schreibt, kann man durchaus seine Zurechnungsfähigkeit in Zweifel ziehen – aber dieser Mensch ist eben auch nur ein Mensch, wenn auch ein extrem schwieriger und durchgeknallter.

)³ Wie bescheuert ist das eigentlich, wenn man in einer Partei einen so genannten innerparteilichen politischen Gegner mehr bekämpft, als den eigentlichen politischen Gegner in der politischen Außenwelt? Was genau ist daran so schwer zu verstehen, dass wir keine SED-Einheitspartei sind, weil wir keine Einheitsgesellschaft, sondern eigentlich „bunte Vielfalt“ sind. Das war mal unsere Stärke! Logischerweise gibt es dann auch innerparteilich Unterschiede. Demokratie bedeutet, mit genau solchen Unterschieden Politik zu machen und nicht alles gleich machen zu wollen.

)⁴ Man muss sich das noch mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen: Nur weil Pirat B zugegebenermaßen zum Austicken neigt, darf sein Kind keine Freundschaften zu anderen Piratenkindern haben! Hallo? Was ist das für eine erbärmliche Denke? Wir waren doch mal die, die genau so einen gesellschaftlichen Wahnsinn durchbrechen wollten! Waren wir mal …

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43 Kommentare zu “Sippenhaft. Das können wir – ganz piratig, versteht sich

  1. Vielleicht fällt es dir leichter, wenn du den Betreffenden vorschlägst, sie mögen doch mithilfe eines Baseballschlägers einen Hirnneustart erzwingen. Und sie danach laut lachend stehen lässt und dich fortan auf DEINE Politik besinnst.

    Ansonsten bleibe ich bei meiner mir schon lange gebildeten Meinung, dass die Piraten ein gerüttelt Durchschnitt durch die Bevölkerung sind. Mit dem muss man umgehen. Die Partei zu verlassen würde nur bedeuten, vor dieser Tatsache die Augen zu verschließen.

    Die Partei zu verlassen würde außerdem bedeuten, sozial unterbelichteten Egomanen jeder Ausprägung das Feld zu überlassen. Und DAS wäre wirklich schlimm!

    • Die Partei zu verlassen war jedenfalls für mich ein Zeichen für Menschen denen ich nahestehe, daß ich ihren Weg nicht mitgehe.

      Wäre ich geblieben, hätte ich sie nach Parteilogik bekämpfen müssen. Mich persönlich hat Gewalt in meinem Leben nicht weitergebracht.

  2. Danke, es macht grade ganz den eindruck, als wollten alle beteiligten Strömungen aus der Partei machen, was ihnen gefällt und dazu alle Mittel recht sind. Dabei geht als erstes das verloren, was die Piraten eigentlich ausmacht. Ein positives Menschenbild und der Respekt vor dem anders sein.

  3. Guter Text, wenn auch leider mit Spitze Richtung „Pirat B“, welcher bislang nur 2mal „ausgetickt“ ist. Einmal als ein Vorstandsmitglied es „lustig“ fand, dass die von Dir thematisierte Gruppe mit einem Brandanschlag gegen die Kinder ua von „Pirat B“ gedroht hatte und einmal als dieselbe Gruppe mittels Spamblock und Massenmobbing via Twitter Rufmord gegen „Pirat B“ gefahren hat. „Austicken“ ist dann zwar objektiv nicht entschuldigt, aber es erklärt sich, wenn ein Bundesvorstand dererlei Dinge seit über 4 Jahren toleriert und oft sogar mit befeuert.
    Denn auch „Pirat B“ ist auch nur ein Mensch. Vielleicht lernst Du ihn sogar mal irgendwann kennen.

    Ansonsten weiter so, Mögen viele Deinem Beispiel folgen und ENDLICH Deinem Beispiel folgen.

    MfG

    „Pirat B“

  4. Ich danke dir für diesen Post. Ich weiß nur gerade nicht ob ich froh oder entsetzt sein soll, das ich nicht der einzige bin dem es so geht.

  5. Was das „Knall haben“ betrifft, geb ich Dir eines zu bedenken: es sind keine abgebrühten alten Polithasen, die jedem Sturm trotzen. Die meisten, die ich kennen gelernt habe (und ich habe viele kennen gelernt!), haben keinen Knall; sie haben einen Knall gekriegt. Nämlich von dauernden Angriffen. Angriffe, die ganz gezielt den Zweck haben, Menschen aus der Partei zu vertreiben. Weil sie irgend wem im Weg stehen. Das führt vielfach zu Heimlichkeiten, zu Taktiereien, vor allem aber dazu, dass sie prophylaktisch um sich beißen nach dem Motto du oder ich: ich geh davon aus, dass du zubeißen wirst, weil du das schon öfter getan hast, also beiß ich zuerst.
    Was in der Piratenpartei läuft, das ist schon sehr extrem und außergewöhnlich. M.E.verlangt es regelrecht nach einer wissenschaftliche Studie.

  6. Spamblock, Massenmobbing, Rufmord. Gruppe. Ihr habt Probleme, ey. Benennt doch gezielt Leute, die Unrecht begangen haben, statt diffus irgendwelche „Gruppen“ zu beschuldigen, deren Mitglieder sich dann beleidigt fühlen, z.B. „Piraten“. Wenn einzelne Polizisten Gewalt anwenden, dann sind es ja auch nicht „die Polizisten“ und die Polizei ist deswegen noch lange keine „gewaltbereite Organisation“. Oder in Euren Augen etwa doch?

    Wer hat diesen Riesenwirbel um die Fahne eigentlich im Netz angezettelt? Normal ist das nicht mehr.

    • Ich habe die Leute benannt auf meinem Blog! Sie prangerten an, ich sollte das nicht dürfen und wurde des Prangerns beschuldigt! So rum läuft der Hase!

      Das mit der Fahne hat allein einen basisdemokratischen Hintergrund! Wurde die Basis befragt? Was vertreten die Piraten? Also, klar, die Basis wurde nicht befragt, also war das ein klarer FAIL 😉

      • Es geht hier eigentlich um die popelige Fahne und nichts anderes. Wieso wurde denn auf dem Parteitag nicht einfach beantragt, die abzuhängen? Dann hätte man ein Ergebnis gehabt, was der Parteitag will und fertig. Stattdessen wird jetzt bei Twitter und auf Blogs ein Zirkus ohnegleichen veranstaltet, wegen dieser bekackten Fahne. Als ob die aussagen würde, dass man Gewalt befürwortet. Lächerlich.

        Übrigens: Wenn Du mit 4 Freundinnen in der Stadt rumläufst und eine baut Mist, bezichtigst Du dann auch die ganze Gruppe? Wohl kaum. Wieso passiert das dann bei den „Piraten“? Es gibt nicht DIE Piraten, ebensowenig wie DIE Antifa gibt oder DER Anonymous oder DIE Polizei. In JEDER Gruppierung gibt es Idioten, auch bei den Piraten.

        Soll man jetzt auch eine Parteifahne verbieten, weil Pirat X den Holocaust leugnet, Pirat Y einen dummen Hitlervergleich macht und Pirat Z Kinderpornos auf dem Rechner hatte? Ihr seid gegen Gewalt? Schön. Ihr seid gegen Unterstellungen? Super. Dann unterstellt denen, die die Antifa-Fahne richtig fanden, nicht, dass sie Gewalt verherrlichen wollen. Denn dafür wurde die Fahne gewiss nicht aufgehängt.

        Überlegt mal, was Ihr, die Ihr ach so vernünftig und fair sein wollt, gerade anrichtet und informiert Euch mal über die Leute, die hier kommentieren. Macht das mal, aber gründlich! Informiert Euch über die Leute, die hier kommentieren! Und dann überlegt Euch noch mal, ob das, was Ihr mit Eurer öffentlichen Empörung bewirkt habt, richtig war.

  7. Danke Dir ❤ Du schildert in einem Fall, weshallb ich nicht mehr weitermachen konnte! Die Szenen unterscheiden sich.
    Nein, ich habe nicht das Feld überlassen, als ich ging! Ich bin taktisch gegangen, weil ich nur so schaffen kann, die Augen zu öffnen, ohne einem PAV oder ähnlichem gegenüber zu stehen, denn das ist ja auch mittlerweile ganz schnell passiert!

    Das Problem ist in meinen Augen, dass durch die gewollte Vielfalt leider auch genau solche Menschen nicht wirklich in Ihre Schranken gewiesen werden können… Da fehlt ein Piraten-Tool!

    Wir haben uns ja schon live gesehen und so weißt Du auch, welch bunter Vogel auch ich bin 😉 Dennoch haben wir uns, so habe ich es empfunden, gut verstanden, wenn auch zu wenig wirklich miteinander reden können! Allein schon deshalb finde ich die unbedachten Phrasendreschen der Einordnungen in die Links/Rechts-Schiene eine Frechheit und Anmaßung dieser Personen… Übrigens bin ich ja jetzt neuerdings Rassist und Vergangenheitsleugner 😉

    Ich denke, Du hast noch genug Energie um weiter zu machen! Lass uns zusammen tun, mit all den Piraten, die das wollen, was Du und ich wollen – ich kann ja nicht für die Anderen sprechen -, aber was Du willst, will ich nämlich auch!

    Ich habe meine Rückkehr angekündigt, sobald das Grundsatzprogramm der Piratenpartei auch wieder nach außen gelebt und vertreten wird!

    Wünsche Dir noch viel Kraft und sende Dir Energie, damit Du bleibst!

    Liebe Grüße

    Andrea

  8. Pingback: Sippenhaft. Das können wir – ganz piratig, versteht sich | Die Abrechnung Andre Kiebis

  9. Liebe Drachenrose, wir beide hatten leider auch unsere Probleme miteinander, haben uns verstritten und ich streite auch nicht ab, dass ich die Hauptschuld daran trage. Ich bin auch keine einfache Persönlichkeit, lerne aber dazu und bedanke mich für diesen Post. Ich habe mich von den Piraten schon vor einiger Zeit verabschiedet. Sie waren eine Chance, die wir alle zu dumm waren zu nutzen. Egal, wie Du Dich entscheidest, ich wünsche Dir alles Gute. LG Tobias

    • Bei Dir hatte ich immer das Gefühl, daß es gar nicht genügend Wände gibt, gegen die Du unbedingt durchlaufen mußt.
      In letzter Zeit suchst Du immerhin auch mal nach Türen.

    • EIgentlich spielen die Namen keine Rolle, weil dieses MUSTER leider seit 4 Jahren gelebte Realität ist. Zuerst vorallem in Berlin und mittlerweile dank diverser untätiger Bundesvorstände (obwohl sie Bescheid wussten!) ein bundesweites Thema.
      Hier wurde ja Pirat B weiter oben genannt. Und Pirat A ist hier auch relativ eindeutig, wenngleich es viele Pirat A gibt.
      In den meisten Fällen wird die „Kinderkarte“ nicht gezückt, wohl auch weil es nicht bekannt ist. Was die Sache aber nicht besser macht.

      Wer auf diese Weise Mehrheiten erreichen bzw zementieren will und auf diese Weise Personen oder gar Gruppen diskriminiert, hat in meinen Augen NICHTS in der Partei zu suchen und der Bundesvorstand sollte gezielt derartige Vorgänge unnachgiebig aufklären und entsprechende OMs verteilen oder zumindest es laut rügen.

      Denn nur wenn für solches klar totalitäres und unsoziales Verhalten Konsequenzen im Raum stehen, wird auch dieses leider sehr effektive Mittel der Machtausübung unattraktiv werden.

      • Doch, lieber Simon, die Namen sind absolut wichtig. Denn nur wenn man diese Leute aus ihrer Anonymität an die Öffentlichkeit zerrt und sie genau wissen, dass beim nächsten Übergriff ihr „guter“ Name angegriffen wird, erst dann werden sie innehalten.

        Anonymes, nebulöses Andeuten bringt hier niemanden weiter.

    • Nein, andersrum Namen sind Schall und Rauch. Der BÖSE liegt nur als Balken im Auge des Betrachters.
      Der Verständige betrachtet das Ganze. Simon ist zuzustimmen, denn es sind die DENKstrukturen und nicht der Mensch selbst. Eine Persönlichkeit ist nicht vom Himmel gefallen.
      Ausgegrenzte Menschen resignieren häufig, andere neigen eben zum Extremismus.

      • So lange Ihr Angst habt, Ross und Reiter klar zu benennen, braucht Ihr Euch nicht zu wundern, wenn diese Leute auf Euren Nasen rumtanzen.

  10. Leider ist das nur ein Beispiel einer Entwicklung, die gefühlt mindestens um 2012 begonnen hat. Es scheint, die Piraten sind nicht mutig genug, ihre eigenen Werte in der eigenen Partei um zu setzen. Oder doch?

    • Werte sind eine Frage der emotionalen Auslegung. Auch ich habe eine Wertedebatte eingefordert, wichtiger ist für mich eine SINNdiskussion.

  11. Es trauen sich immer mehr, gegen dieses Mobbing-Gate (etwas anderes ist das ganze nicht) aufzustehen und dagegen vorzugehen. So langsam werden die ganzen Strukturen sichtbar, die schönen Fassaden bröckeln. Denn endlich beziehen viele das erste mal eine Position und äußern diese auch. Sprich – Der „Feind“ wird endlich sichtbar, er kann sich nicht mehr verstecken.

    Allein deshalb, sind Deine Worte so wichtig. Wir können nur gemeinsam diese Leute los werden, ansonsten ist alle Mühe verloren.

    Danke!

  12. Pingback: Hirnfick 2.0 » Nachtrag: Die Piraten zur Europawahl (2)

  13. Ich sehe zwei Probleme. Auf der einen Seite haben einzelne „Piraten“ die Gerechtigkeit der Welt für sich gepachtet, also sind sie gut und alle anderen Böse. Das geht teilweise so weit, dass man sich fragt, ob der eine oder andere nicht evtl. mal einen Termin beim Psychologen haben sollte. Ist aber in vergangenen Blogeinträgen bei Xy und Ka schon so weit ausgewalzt worden, dass ich da nicht näher drauf eingehe.

    Dann haben wir noch „Piraten“ die die Weisheit so sehr mit Löffeln gefressen haben, dass nur sie wissen, was getan werden muss und dass mit allen Mitteln. Da wird vor nichts zurückgeschreckt. Drohungen (auch gegen die Familie), Initiation von Mobbing, Diskreditierung, anonyme (!) Drohmails, etc. Trotzdem hadelt es sich IMO fast immer um einzelne Brandstifter, die andere leichter beeinflussbare Piraten zu Bockmist anstacheln, selbst oft im Hintergrund bleiben.

    Die Vorfälle selbst sind mir nicht bekannt, aber das Schema ist überall das gleiche. Trotzdem werden solche Dinge fast immer von Einzelnen getan, nicht von „den Piraten“, wobei es für Außenstehende teils schwierig ist festzustellen, wer denn überhaupt gut und böse ist, da sich die andere Seite naturgemäß oft mit schweren Geschützen (PAV-Anträge, Interviews) zur Wehr setzt.

    Gruß
    Big Arne

    p.s.: Es gibt übrigens genausowenig „Die AntiFa“. Nur in AntiFa Kreisen gibt es eine Handvoll Leute, die sich sehr einfach manipulieren lassen.

  14. Ein guter Artikel, auch wenn er mich als bisherigen Wähler eben dieser frustiert.
    Wegen den ursprünglichen Ideen fand ich die Partei gut, denn besitzt die Mitgliederschaft ein gewisses Maß an Hirnmasse wären die auch umsetzbar, doch wie der Artikel beschreibt ist die Partei einer massiven Verdummung verfallen und Dummheit kann man nicht guten Gewissens wählen. Folglich müssen sich nun sofort (!) alle zusammen raufen und sich auf die Wurzeln besinnen, denn sonst besiegeln sie gemeinsam den Untergang. Da Menschen allerdings nur in sehr seltenen Fällen von 0 auf 100 lernfähig sind und es danach besser machen, sollten diejenigen, die die beschriebene Sippenhaft mit verantworten, von sich aus austreten (das wäre der alternative beste Schritt dieser), denn das sind keine Piraten, das sind Idioten. Ich möchte die echten Piraten, die Menschen mit der ursprünglichen Idee und dem Willen sich trotz verschiedener Ansichten in einigen Punkten zusammen zu raufen. Sind die nicht mehr da, unterscheidet die Partei nur noch eins von den anderen: In den anderen sind Idioten die die Parteien mit anderen Ansichten verprügeln wollen, Hier sind Idioten die sich untereinander prügeln. Oder ein anderer Vergleich: Die anderen Parteien sind ein Kindergarten, die aktuelle Piratenbartei hat was von ner Rütlischule, dabei war die Idee eher ne Waldorfschule.

    • Wenn Ausgrenzung Demokratie ist, dann braucht die kein Mensch. Die Farbe und Symbolik der Ausgrenzung ist mir mindestens so breit wie hoch:
      Weche Farbe hat Blut ? Ist die immer rot ? Wenn ein Blutstropfen sich lange genug auf einem weißen Tisch befindet, welche Farbe nimmt dieser an ?

  15. Ich habe diesen Artikel über mein dashboard unter „Top-Beiträge“ gefunden und muss sagen: Chapeau, dass Du es so geschrieben hast. Für mich als einer, der schon sehr lange in einer ganz anderen Partei (auch klein, aber gelb) ist, stellt sich nur eine einzige Frage: Glaubst Du ernsthaft, dass es in allen anderen Parteien anders zugeht? Sicher nicht. Dein Beispiel ist extrem, gewiss. Aber Politik ist, so meine Erfahrung, ein Haifischbecken. Egal, ob Pirat, Grüner, Sozi oder Liberaler. Wir alle leiden darunter und doch bleiben wir der politischen Idee, die wir für uns als richtig entdeckt zu haben glaube, treu. Weil wir von außen nichts, aber auch gar nichts ändern. Und das ist doch der Anspruch, oder? Etwas ändern. Deshalb mein Rat: Bleib bei Deinen Piraten so wie ich bei meinen Liberalen bleibe. Nur wenn wir nicht den Idioten, den Spackos und den Politveteranen (Ja, auch bei Euch gibt es die mittlerweile) das Feld überlassen, haben wir alle in unseren Parteien eine Chance, etwas zum Guten zu bewegen. Nicht alle sind so wie die oben beschriebenen.

  16. Bleib mal schoen bei der Stange meine Liebe, wer kaempft kann verlieren, wer nicht kaempft hat schon verloren. Ich spreche Pirat B meine uneingeschraenkte Solidaritaet aus und ich bin der Meinung wir sollten endlich aktiv dagegen halten.
    Mein Schwert hast Du (auch als Goth :oP)

    • Typischer Denkfehler, auch wenn ich Brecht oft zustimme:
      Wer kämpft befindet sich im Wettbewerbsmodus, wenn aber nur einer gewinnen kann, sind ALLE anderen zwangsläufig VERLIERER.
      Ich kämpfe nicht und muß daher auch keinen anderen besiegen. Wie willst Du mich denn besiegen ?
      Jesus brachte sein Schwert nicht, weil er Krieg wollte, sondern weil er erkannte, daß der „Kampf (und damit Krieg) für den Frieden“ ein Widerspruch in sich ist.

      Es geht nicht darum jetzt die BÖSEN Anderen auszugrenzen, sondern endlich den Verstand* zu benutzen.

      *nach Franz Maria Arwee
      Das Erkennen der Konsequenzen

  17. Danke für den Artikel.
    Ich bemerke immer mehr, dass wir in Ludwigshafen wohl einen Traum-KV haben. Bei uns gibt es zwar auch deutliches Verbesserungspotential aber wenigstens ist diese Mobbing-Ellenbogen Kacke extrem unterentwickelt.
    Ich finde es schade, dass immer mehr Piraten die Partei verlassen oder darüber nachdenken. Ich kann das zwar verstehen, wenn man sich im Zenit solcher Machenschaften befindet aber es bringt niemanden weiter, der mit der „richtigen“ Intension bei den Piraten agiert. Wem bringt es was, wenn wir uns in mehrere Lager spalten?
    Ich bin per Zufall aus fast allen Mailinglisten gekickt worden und habe danach fast keine mehr abonniert. Es ist eine absolute Erholung für mich und ich kann es jedem nur empfehlen, der sich mit dem Gedanken trägt aus der Partei auszutreten.
    Es würde mich freuen, wenn Du bleiben würdest. Mit jeder vernünftigen Person die geht, wird die Mehrheit derer die uns spalten größer, dazu haben wir schon zu viel Energie und Herzblut investiert um so einfach das Feld zu räumen.
    –> Durchhalten!

  18. Vielen Dank für Deine Schilderung.
    Bleib bitte dabei. Wenn alle aus Enttäuschung weglaufen, dann haben wir keine Chance mehr das Schiff in die richtige Richtung zu steuern.
    Die Grundsätze bestehen doch weiter, also dran bleiben, auch wenn es oft schmerzt.

  19. Liebe/r Drachenrose,
    allein die Tatsache, das Du diesen Blog geschrieben hast, er getwittert wurde und ich ihn gelesen habe, bestätigt mir, dass die Piraten Menschen wie Dich brauchen! Bitte verliere Deine Liebe nicht, sondern kämpfe um sie uns vor allem, bewahre sie! Ich bin stolz, dass Mensche wie Du für die gleichen Ideen brennen, wie ich! Ich bin stolz, dass Menschen wie Du, in meiner Partei sind! Ich will, dass Menschen wie Du eine stärkere Stimme bekommen, mehr gehört werden, mehr Gewicht haben! Bitte gib nicht auf!
    Piratige Grüße
    Pirat Free

  20. Sicherlich sind manche Leute bescheuert und das hört sich wirklich erbärmlich an. Aber „Na und?“ In dem Fall: Ist es ein Menschenrecht auf irgendeine bescheuerte Liste zu kommen? Auch wird er davon nicht sterben und weiß oft nicht mal, ob er von der Person sonst wirklich gewählt werden würde. Aber es geht beim Wählen sowieso nicht hauptsächlich um das Wohlergehen des/r Kandidat/in. Ist es es nicht sogar besonders positiv zu bewerten, dass dieser sich entschuldigt hat?

    Ist es nicht auch irgendwie Sippenhaft, wenn man solch einen Vorfall (selbst wenn es mehrere wären) auf die ganze Piratenpartei bezieht? Oder auf alle Piraten aus Berlin?
    „Den Leuten geht’s wie den Leuten“, sagen manche.

    Ist es aber nicht eher auch so, dass viele Piraten immer nur die kleinen Unterschiede sehen und nicht die vielen Gemeinsamkeiten? Es scheint, als hätte die ganze Meute geradezu sehnsüchtig auf so eine Möglichkeit wie die, mit „unberechtigten“ Fahnen, gewartet. Dann diskutiert man sich im Kreis und unendlich heiß, um dann demnächst das Ende der Piratenpartei auszurufen, weil irgendjemand alles übernommen hätte …
    Ihr wisst ja: „Denkt selbst!“ …

    PS: Vielen Dank dem FDP-Kommentator für seine ehrlichen Worte. Ähnliches habe ich schon von verschiedenen aktuellen und Exmitgliedern verschiedenster Parteien gehört und manchmal rutscht es manchen auch direkt raus („Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“ oder „Wer Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr“) Ich hoffe aber, ganz so schlimm ist es bei den meisten hier doch nicht.

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