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Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Frauenquote

Es mag seltsam erscheinen, aber ich als Frau spreche mich gegen eine Frauenquote innerhalb der Piratenpartei aus. Ich tue dies aus zwei Gründen: Erstens, weil Frauen in der Piratenpartei nicht benachteiligt werden, und zweitens, weil ich davon überzeugt bin, dass eine Quote durchaus das Zeug hat, das Selbstbewusstsein von Frauen zu untergraben.

Frauen werden in der Piratenpartei ganz sicher nicht benachteiligt – ganz im Gegenteil: Wann immer sich eine Frau auf ein Amt bewirbt, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch gewählt wird. Piraten mögen es nämlich, Frauen zu wählen, wenn sie für das Amt geeignet sind.

Bestes Beispiel ist z. B. der Kreisverband Frankfurt: Eine Frau hat sich auf den Vorsitz beworben und wurde prompt gewählt. Gleiches gilt für die dortige Generalsekretärin und eine weiteren Beisitzerin – und es ist bei weitem nicht so, dass dieser Kreisverband eine Hochburg des Feminismus wäre. Aber es gibt dort eine Menge qualifizierter und selbstbewusster Frauen, die sowohl Zeit als auch Lust haben, ein solches Amt zu übernehmen. Ein weiteres, sehr aktuelles Beispiel dürfte der Landesverband Bayern sein, der soeben eine Frau zur Vorsitzenden gewählt hat – und das ganz ohne Quote! Richtig ist: Piraten würden viel mehr Frauen in ein Amt wählen, wenn es mehr Frauen gäbe, die kandidieren würden; wenn aber keine Frauen zur Verfügung stehen, dann können sie auch nicht gewählt werden. Daran ändert auch eine Quote nichts.

Sollte ich jemals eine Kandidatur für ein Amt in Erwägung ziehen, so würde mich eine Quote garantiert davon abhalten. Allein der Gedanke, dass ich nur deshalb in ein Amt gewählt wurde, weil eine vorgegebene Quote erfüllt werden muss, würde arg an meinem Selbstbewusstsein und Selbstverständnis als Frau kratzen. Ich möchte doch gewählt werden, weil die Versammlung annimmt, dass ich das betreffende Amt aus- und mit Leben erfüllen könnte. Nur ein derart erteiltes Mandat würde mir die Legitimation erteilen und die Sicherheit geben, Aufgaben selbstbewusst anzugehen. Wäre ich allerdings quotiert, würde mir diese Legitimation fehlen: Ich würde mich selbst immer wieder fragen müssen, ob ich wirklich gewählt wurde, weil man mir zutraut, Dinge zu tun, oder ob ich einfach nur »gequotet«, aber eigentlich gar nicht in diesem Amt gewollt bin.

Hinzu kommt, dass eine Quote von einem innerparteilichen Gegner sehr schnell zur Waffe werden kann – nach dem Motto: »Die ist eigentlich vollkommen total unfähig und nur wegen der Quote im Amt«. Damit würde eine Gleichberechtigung systematisch untergraben werden.

tl,dr: Es braucht keine Quote: Piraten wählen geeignete Frauen auch so, weil sie selbstbewusst sind.

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3 Kommentare zu “Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Frauenquote

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