Galerie

Drama um ein transexuelles Kind in Berlin

Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes:

Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt“

Dieses Recht scheint für Kinder außer Kraft gesetzt zu werden. Kinder scheinen in diesem Land weitgehend rechtlos den Behörden ausgeliefert zu sein – zumindest in Berlin. Anders lässt sich der Vorgang um ein Kind Namens Alex nicht erklären.

Alex ist ein Kind mit männlichen Genitalien, aber wenn man Alex fragt, ob es ein Mädchen oder Junge sei, so kommt die prompte Antwort: „Ich bin ein Mädchen“. Damit ist die gesamte Ausgangssituation für das derzeitige Drama schon vollständig beschrieben. Seit dem Kindergarten ist das so, schon immer bezeichnete Alex sich als Mädchen.

Daraus entwickelte sich zunächst eine familiäre Krise: Die Mutter ließ ihr Kind einfach Kind sein und sich frei entfalten. Sie akzeptierte, dass ihr Kind lange Haare haben wollte, sich mit einem Haarreif aufhübschte und sich seit der Grundschule Alexandra nannte. Für die Mutter war ihr Kind einfach nur ein fröhliches, kleines Mädchen, trotz der männlichen Genitalien. Der Vater hingegeben bestand darauf, dass sein Kind ein Junge ist und zog ihm entsprechende Kleidung an, auch gegen den erklärten Willen des Kindes und nannte und nennt ihn konsequent Alexander.

Über diesen offensichtlich unterschiedlichen Umgang mit dem Kind zerbrach dann die Beziehung der Eltern. Die Gesundheitsfürsorge wurde dem Jugendamt übertragen. Jahrelang herrschte Ruhe. Dann wurde für Alex eine neue Pflegerin eingesetzt und Alex kommt in die Pubertät. An dieser Stelle beginnt das eigentliche Drama und nimmt immer mehr Fahrt auf:

Alex will nicht, dass ihr Körper vermännlicht, diese Vorstellung scheint für sie ein Alptraum zu sein. Sie wünscht sich die Gabe von pubertätsblockenden Medikamenten, die dafür sorgen würden, dass sie z. B. keinen Stimmbruch erleiden müsste. Sie verlangt entsprechend begutachtet zu werden, das Jungendamt hat ihr dies untersagt.

Alex Vater, der das Jugendamt regelrecht zuspammt, überall von seiner gestörten Frau berichtet, weil sie aus seinem Sohn eine Frau machen will und sich sicher ist, wenn das Kind von der Mutter weg ist, wird aus dem Kind einer richtiger Junge werden.

Alex Mutter will nur, dass ihr Kind so sein kann wie es will und unterstützt es. Sie hat gefordert, begutachtet zu werden. Dies hat das Jungendamt abgelehnt, darauf hin hat die Mutter sich privat untersuchen lassen. Sie wollte für sich selbst Sicherheit, dass sie nicht das weibliche Geschlecht in ihr Kind induziert hat.

Dann gibt es noch diese Jugendamtspflegerin, die dem Kind Alex jegliche Form von therapeutischer Unterstützung versagt, sogar dahingehend, damit das Kind einfach mit professioneller Hilfe durch diese offensichtlich belastende Situation kommt. Statt dessen verlangt die Pflegerin die Zwangseinweisung von Alex in eine Kinderpsychatrie, damit es männliche Verhaltensweisen erlernt und weibliche, geschlechtsatypische unterbunden werden. Danach soll das Kind in eine Pflegefamilie – weg von der Mutter, die das Kind nicht zum Jungen erzogen hat.

Die Pflegerin hat, nach Darstellung des Anwalts von Mutter und Alex, während der ganzen Zeit gerade einmal eine Stunde mit dem Kind geredet und ihm während dieser Zeit nicht wirklich zugehört.

Zu dem Drama gehört auch ein Arzt Namens Beier von der Berliner Charité, auf den sich das Jugendamt beruft. Dieser Arzt der ausführlich mit dem Vater, kaum mit der Mutter und gar nicht mit Alex geredet hat, fordert ebenfalls eine sog. „Umpolungstherapie“ – natürlich in seiner Einrichtung.

Außerdem gibt es noch das Urteil des Kammergerichts in Berlin, denn die Mutter wollte die Gesundheitsfürsorge des Jugendamtes aufheben lassen, damit Alex die Zwangseinweisung durch das Jugendamt erspart bleibt. Das Gericht jedoch bestätigt die Gesundheitsfürsorge durch das Jugendamt und macht der Mutter den Vorwurf, dass diese Termine in Frankfurt bzw. Hamburg gemacht hat. Dort gibt es den einzigen Spezialisten in Deutschland, der sich mit transsexuellen, sog. geschlechtsidentitätsgestörten, Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Da sich das Jugendamt durch das Gericht bestätigt fühlt, will es nun das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Alex erwirken und die Zwangseinweisung damit endgültig durchsetzen – gegen des Willen der Mutter und viel wichtiger –  gegen den Willen von Alex.

Soweit die bisherige Situation.

Ich frage mich, wie so etwas sein kann! Wäre Alex in Frankfurt oder in Hamburg geboren, wäre dieses Kind unabhängig und geschlechtsneutral begutachtet worden. Es wäre festgestellt worden, ob die Mutter tatsächlich das Geschlecht in ihr Kind induziert hätte oder ob Alex transsexuell ist (was für die Behörden und dem Gericht ein Problem zu sein scheint). Würde dieser Spezialist zu dem Ergebnis kommen, das Alex tatsächlich ein Mädchen ist und damit transsexuell wäre, würde das Kind entsprechend behandelt, die für sie so quälende Pubertät mit Blockern ausgesetzt werden, sie würde sich körperlich nicht zum Mann entwickeln, sondern die jetzige, zartere Statur beibehalten. Zu einem späteren Zeitpunkt würde Alex dann weibliche Hormone bekommen, wodurch sie weibliche Proportionen annehmen würde und mit dem Erreichen des Erwachsenenalters könnte im letzten Schritt eine geschlechtsangleichende Operation vorgenommen werden. Danach würde nichts darauf hinweisen, dass Alex mit männlichen Genitalien geboren wurde. Sie hätte keine tiefe Stimme, kein breites Kreuz.

Natürlich würde auch entsprechend gehandelt werden, würde sich tatsächlich herausstellen, dass die Mutter dem Kind das weibliche Geschlecht eingeredet hätte – was aber ziemlich unwahrscheinlich sein dürfte, da dies nach Ansicht der Experten über einen derart langen Zeitraum gar nicht möglich ist.

Es ist geradezu skandalös, dass sich das Berliner Kammergericht keine Fachexpertise zu diesen Thema einholt, sondern ausschließlich der Argumentation einer Pflegerin folgt, die mit dem Kind so gut wie gar nicht geredet hat. Stattdessen wird die Mutter gerügt, die entsprechende Gutachten anfordern will und damit genau die Forderung stellt, die das Gericht eigentlich hätte stellen müssen und obendrein auch noch das Recht wahrnehmen will, ihr Kind nach ärztlichen Leitlinien behandeln zu lassen, indem sie einen Spezialisten für sog. geschlechtsidentitätsgestörte Kinder aufsuchen will. Aber damit nicht genug, das Gericht hat nicht einmal den behandelnden Kinderarzt angehört, das Kind Alex schon gar nicht und damit den Kindeswillen ignoriert. Stattdessen prügelt das Kammergericht regelrecht auf die Mutter ein und hat eine Kindswohlgefährdung bejaht! Aha. Eine Mutter, die mit ihrem Kind einen Spezialisten aufsuchen will, eine echte Diagnose anstrebt, gefährdet das Wohl ihres Kindes? Was muss das Kammergericht geritten haben, um so einem Ergebnis zu kommen? Wie lässt sich ein derart unprofessionelles Vorgehen auf Seiten der Richter erklären?

Warum wird ständig über Alex gesprochen, statt mit Alex? Warum gesteht man einem Kind nicht zu, für sich einstehen zu können? Mag es daran liegen, dass Transsexualität offiziell im ICD10 als Geschlechtsidentitätsstörung bezeichnet und damit als „Krankheit“ gehandelt wird?

Damit erinnert mich die jetzige Diskussion an jene, welche man früher im Zusammenhang mit Homosexualität geführt hat. Auch da hieß es, Homosexualität wäre eine Krankheit, die man therapieren muss und es wurden die sog. „Umpolungstherapien“ vorgenommen. Dadurch wurde bei den Betroffenen sehr viel Leid ausgelöst. In letzter Konsequenz sind solche Umpolungstherapien jedoch nichts anderes als das, was man umgangssprachlich als „Gehirnwäsche“ bezeichnen würde. Der wiss. Ausdruck dafür lautet Mentizid. Damit soll der Verlust der eigentlichen Persönlichkeit beschrieben werden. Und genau das ist das Wesen der „Umpolungstherapie“. Wenn Alex transsexuell ist (dazu braucht es jetzt endlich ein eindeutiges Gutachten, in dem genau dies geklärt wird), dann würde diesem Fall die weibliche Person in Alex getötet werden. Aber was bleibt dann von Alex, die für sich Alexandra ist, übrig, wenn die Alexandra in ihr getötet wird? Wie kann man im Jahre 2012 mitten in Deutschland tatsächlich auf die Idee kommen, einem Kind so etwas anzutun? Und was kommt als nächstes? Lobotomie?!?

Mehr zum Thema:

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2012/01/19/a0178&cHash=cca197a8da

http://www.taz.de/!90229/

http://www.taz.de/Medizinerin-ueber-Transsexualitaet/!86556/

Advertisements

Ein Kommentar zu “Drama um ein transexuelles Kind in Berlin

  1. „Wäre Alex in Frankfurt oder in Hamburg geboren, wäre dieses Kind unabhängig und geschlechtsneutral begutachtet worden.“ Auch dort gibt es Umpolungen. In diesen wird transexuellen Mädchen eingeredet, ein „biologischer Junge mit Gender Dysphorie“ zu sein. Wenn ihre Psyche dann gebrochen ist, und sie sich selbst als widernatürlich ansehen, hilft man Ihnen. Prominentes Beispiel für ein Mädchen, das so umgepolt (und gefügig gemacht) wurde ist Kim Petras, die als Kind wusste, dass sie ein Mädchen ist und heute behauptet, mal ein Junge gewesen zu sein. Die Umpolung ala Frankfurt und Hamburg war bei somit „erfolgreich“.

    Es hilft nichts mit dem Finger auf Beier zu zeigen, der hier lediglich dümmer ist in Sachen Selbstvermarktung, als seine Hamburger und Frankfurter Kollegen, die – wie er – transsexuelle Mädchen für psychisch kranke „biologische“ Jungs halten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s